Schloss Eutin

Schloss Eutin: 07.09. + 08.09.2013

Einen Tag, nachdem Sir Falco von der Treene von seinem Auftrag im Orient wieder in deutschsprachigen Gefilden bei uns auftauchte, machten wir uns auf den Weg nach Eutin. Der Lord höchstpersönlich wollte dafür sorgen, dass wir samt Lagergepäck gut am Ziel ankamen. Aber wie es dann immer so ist, kommt ja doch alles anders als geplant und erwartet. Frohen Mutes beluden wir die Kutsche und fuhren los. Die Sonne strahlte mit uns um die Wette. Die Pferde hatten allerdings seit geraumer Zeit ein gewisses Problem mit der Hitze und hin und wieder begannen sie daher zu streiken. Den Stau hatten wir erwartet, jedoch nicht das Streiken der Pferde. Mit einem Mal ging es nicht mehr weiter. Also hieß es: Kutsche an die Seite schieben und abkühlen lassen. Es tat sich nichts. Also wurden schärfere Mittel aufgefahren. Zumindest wollten wir an einen sichereren Ort, als hier mitten im Trubel. Vor Plünderern war man schließlich nie in Sicherheit. Wir trieben die Pferde also bis zur nächsten Ruhemöglichkeit und stiegen dann zunächst erst einmal ratlos aus. Lord Olaf und Sir Falco besahen sich das Problem, konnten aber weder eine genaue Ursache, noch eine Lösung dafür finden. Uns blieb daher nur eine Wahl. Wir mussten die Pferde irgendwie treiben bis wir das Elternhaus von Sir Falco erreichten und zwar ohne anzuhalten, um den Pferden keinen Anlass zu geben, stehen zu bleiben. Angespannt saßen auf unseren Plätzen und beteten, dass uns keine Kutsche zum Anhalten zwang. Wir hatten Glück und kamen gut am Zwischenziel an.
Hier wurde nun also erst einmal die Kutsche getauscht. Lord Olaf war natürlich eher weniger begeistert, aber es war nun so wie es war. Sir Sigmar wartete schon auf uns in Eutin. Ihn mussten wir vertrösten. Gut, dass Manolo und Diana von der Tielenau schon dort waren und der Sir daher nicht ganz allein auf uns warten musste. Wir hingegen machten uns sogleich wieder auf den Weg Richtung Schloss. Diesmal ohne Zwischenfälle. Nach geschlagenen 6 Stunden kamen wir am Ziel an.
Bis zur Dunkelheit blieb uns nicht viel Zeit. Wir mussten uns daher etwas beeilen, die Zelte mit allem Drum und Dran schnell aufgebaut zu bekommen. Die Nachzügler konnten sich allerdings glücklich schätzen, dass sie erst am Abend aufbauen konnten, da es tagsüber dafür fast schon zu heiß gewesen war. Nachdem dann alles stand, kamen wir zum gemütlichen Teil des Tages. Den hatten wir uns nach dem ganzen Reisestress auch redlich verdient. Beim gemeinsamen Grillen genossen wir die Gesellschaft und verköstigten den ein oder anderen Met bis wir uns dann alle in die Zelte begaben.

Am nächsten Tag hatten wir bis um 11 Uhr Zeit, um alle mittelalterfremden Gegenstände zu tarnen und zu verstecken und uns selbst in die passenden Gewandungen zu stecken. Unser Zeltplatz lag direkt an einer Wiese, auf der Sitzplätze und eine Bühne aufgebaut waren. Im Laufe des Wochenende stellten wir fest, dass hier häufig die Barock-Zeit dargestellt wurde. Auf diesem Markt waren nämlich sämtliche Epochen vertreten. Das war auch für uns etwas Neues und neugierig beäugten wir die Darsteller.
Zur Markteröffnung wurden Manolo und Diana gebeten, mit ihren Irish Wolfhounds an der Parade teilzunehmen. Wir begleiteten sie und bekamen je einen Hund. Um den Stress der Tiere so gering wie möglich zu halten, bat Diana darum, nicht zwischen den Trommeln laufen zu müssen. Wir gesellten uns also zu den Pferden am Marschende. Allesamt liefen wir durch die Stadt. An einem Marktplatz umringt von Häusern versammelten wir uns und eine Rede wurde gehalten. Leider begleitet von unangekündigten Schüssen. Die Hunde gerieten in Panik und wir mussten uns von dem Marsch zurückziehen und zurück ins Lager gehen. Die Schüsse und die damit verbundenen Aufruhr bei den Hunden begleiteten uns das gesamte Wochenende. Die Schützen nahmen leider wenig Rücksicht und hielten sich nicht an Absprachen. Wenn wir Bescheid wussten, verließen wir mit den Hunden das Gelände und machten ausgedehnte Spaziergänge. Wir erreichten sogar ein paar Mal das Ende der Welt. Wie klein so eine Scheibe doch sein kann.... Ständig war irgendwo ein Zaun, der einen davor bewahrte, ins Jenseits zu fallen. Das machte so manchen Spaziergang dann doch länger als geplant. Vielleicht war das auch ganz gut so. Denn besonders Artus hatte arge Schwierigkeiten, sich nach einem Schuss wieder zu beruhigen. Die anderen ließen sich anstecken. Dadurch hatte Sir Sigmar auch einmal das Vergügen, sämtliche Hunde auf dem Schoß sitzen zu haben. Schon ein interessanter Anblick. Mit der Zeit legte sich die Panik bei den Tieren etwas, auch wenn ein Schuss ertönte, aber uns fiel irgendwann nicht mehr dazu ein als ein ärgerliches Kopfschütteln. Aber auch so durften wir an diesem Wochenende deutlich erfahren, dass Irish Wolfhounds wirklich sehr gern auf dem Schoß saßen. Welchen Anlass es auch immer dafür gab.

Annica die Fröhliche leistete uns am Samstag Gesellschaft. Da an diesem Wochenende leider nicht mit uns lagern konnte, besuchte sie uns dafür am Tage. Und einen tierischen Besucher hatten wir an diesem Wochenende. Sir Sigmar hatte das Angebot von Anni der Fröhlichen doch die Dekoration mitzunehmen dankend abgelehnt. Juliana die Kleine hatte sich darauf verlassen, dass von dort wohl genug Kerzen im Lager ankommen würden. Das stellte sich dann wohl als Irrtum heraus und unser Lager war sehr spärlich dekoriert. Daher lagen auch keine Hasis auf dem Tisch, wie sonst immer. Dafür hatte Conni, einer der Irish Wolfhounds, aber ihren Freund mitgebracht. Ein brauner Stofftier-Hase. Der musste nun wirklich ziemlich leiden an diesem Wochenende. Geschickt platzierte Schwerter und Äxte liesen des Öfteren des Ausruf ertönen: "Irgendetwas stimmt mit Hasi nicht!" Obwohl wir noch harmlos waren, sorgte diese Darstellung von Hasi das ein oder andere Mal für ein Schmunzeln oder für große Augen bei den Besuchern.

Am Samstagabend gab es dann wieder Lagertopf á la Diana! So simpel und doch so unvorstellbar lecker! Das Frühstück wurde vom Veranstalter spendiert, was wir uns zunächst gar nicht vorstellen konnten. Aber es war so. Kaffee und sämtliche Kaltgetränke gab es den ganzen Tag umsonst für uns. Brötchen und Aufschnitt zum Frühstück. Für alles war gesorgt. Sogar eine Linsensuppe hätten wir am Abend essen können, aber wir zogen den Lagertopf eindeutig vor.

Das Wochenende verflog in einer erstaunlichen Geschwindigkeit und ehe wir uns versahen, war es auch schon wieder Zeit zum Abbauen. Am Sonntag ging der Markt bis um 18 Uhr. Als wir dann von unserer Flucht vor den Schüssen wieder ins Lager zurück konnten, machten wir uns auch sogleich an die Arbeit. Die Dunkelheit saß uns wieder im Nacken. Viele Hände, schnelles Ende schafften wir es in unglaublichen 2 Stunden, das gesamte Lager wieder in die Kutschen zu befördern. Und dann war es Zeit für den Abschied. Das letzte Mal für dieses Jahr mit Manolo und Diana und ihren vierbeinigen Familienmitgliedern. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, wenn wir wieder eine Lagergemeinschaft bilden können.
Unsere Gruppe hingegen hat dieses Jahr noch einen Lagertermin im Oktober mit hoffentlich gutem Wetter und erträglichen Temperaturen.
 

Lord Olaf testet das Geschenk von Sir Falco - eine selbst hergestellte Pfeife


 

Unser Lager


Irgendetwas stimmt mit Hasi nicht...