22.06.2015 - 25.06.2015: Hohenwestedt

Wie auch im letzten Jahr starteten wir die Saison mit dem MPS in Hohenwestedt. Im Vorfeld bangten wir ein wenig, dass das Wetter nicht auf unserer Seite sein könnte. Wir behielten zu einem gewissen Prozentsatz recht, aber die Hauptsache war, dass die Sonne schien.

Zum ersten Mal mit dabei war auch unsere Hexe. Für sie war es das erste Mal lagern und der Lord höchst persönlich nahm sie bei sich auf. Und auch Sven, der Liebste von Annika, leistete uns Gesellschaft. Das bedeutete, wir starteten mit ganzen 8 Personen! Im Vergleich zum letzten Jahr schon eine enorme Steigerung.

Der Freitag bestand aus dem Aufbau und dem abendlichen Grillen und Met trinken. Arne und Sir Falco verschmähten kein Horn oder Becher des süßen Weines und luden auch Sven dazu ein ihnen Gesellschaft zu leisten. Der Rest der Truppe sah dem Geschehen interessiert zu. Für Sir Falco passierten an diesem Abend dann auch ein paar unerklärliche Dinge. Am rätselhaftesten waren wohl aber Blätter und Hölzer, die vom Erdboden auf irgend eine Art und Weise auf sein Hemd gelangten.

Die Nacht war verdammt kalt. Sogar Lord Olaf berichtete, dass ihm diese Temperaturen zu niedrig waren. Manche wurden des nachts durch die Kälte wach und das Einschlafen fiel schwer. Aber jede Nacht geht vorbei, so auch diese. Und dann kam der nächste Tag. Lord Olaf und Hexe waren die ersten, die wach waren. Um 11 Uhr war Heerlagerbesprechung, an dem immer zwei von uns teilnahmen. Obwohl wir dieses Jahr einen Platz neben der Festival-Bühne hatten und im Prinzip alle Lagermitglieder zuhören konnten, wenn der Wind gut stand, gab es jedes Mal Uneinigkeiten über ein paar Details des Gestagten. Im Endeffekt schafften wir es aber dennoch uns an alles zu halten was Igor uns erzählte. Ihn zu verärgern ist nämlich das Letzte was einem einfällt ;-)

Pflichtprogramm für alle Lager waren wieder die Markteröffnung und die Pilgerreise und ebenso wie letztes Jahr sorgte unser Name für leichte Verwirrung bezüglich der Aussprache und wir kamen nicht umhin uns mal wieder darüber zu amüsieren. Ferox stellt nie ein Problem dar, aber wäre da dieses Exercitus im Vorfelde nicht...

Da man durch die Kälte der Nacht ohnehin schon etwas Schwierigkeiten hatte seine Körpertemperatur wieder auf eine angenehme Gradzahl steigen zu lassen, fiel es uns auch nicht besonders leicht mit dem Frieren auch am Tage wieder aufzuhören. Wir hatten den gewünschten Platz unter den Bäumen. Im letzten Jahr waren wir darüber sehr dankbar gewesen. Doch in diesem Jahr war es im Schatten sehr kalt. Sogar die Männer frierten und alle gierten nach einem kleinen Fleckchen Sonne. Hexe tat das einzig Richtige und war fast den ganzen Tag auf dem Markt unterwegs. Der Sportplatz war diesmal wohl die bessere Wahl. Dort taute man etwas auf, sodass auch die Stimmung wieder etwas wärmer wurde.
Da sich Sir Falco und Arne gemeinsam mit Sven einige Met gegönnt hatten, war das Verhalten besonders der ersten beiden sehr interessant. Während Sir Falco ziemlich müde war, sah Arne schon fast etwas unheimlich aus. Er fror und ich vermute mal, dass der Met seinen Beitrag dazu gab. Den ganzen Tag saß er auf dem Stuhl, eingehüllt in seinen Mantel und war nicht wirklich ansprechbar. Antworten kamen eher einsilbig zurück. Wie er da so hockte erinnerte er uns stark an einen Kauz. Wir warteten nur darauf, dass er seinen Kopf um 180° drehte, um hinter sich zu blicken. Das geschah allerdings nie.

Die nächste Nacht stand bevor und wieder war es kalt. Wir beobachteten am nächsten morgen beeindruckt unser Nachbarlager. Diese schliefen mit hochgerollten Zeltwänden und die Männer sogar mit freiem Oberkörper.

Für ein paar Stunden bestand unser Lager aus 9 Lebewesen. Ein Vogel leistete uns Gesellschaft und er war keinesfalls ängstlich. Wir tauften ihn Peach. Und irgendwann war er dann nach einem Tag der Treue verschwunden. Es gingen Gerüchte um, Hexe habe ihn gegessen... Beweise gibt es dafür nicht. Auch Sven musste uns verlassen. Der wurde allerdings nachweislich nicht gegessen, sondern er ging aus gesundheitlichen Gründen. Er wird uns aber ein anderes Mal wieder begleiten.

Der Tag plätscherte vor sich hin und am Abend nahm Hexe Sir Falco und Juliana die Kleine mit zum Konzert von Versengold. Der Rest verbrachte die Zeit im Lager.

Am Sonntag bekamen wir Besuch. Ein Geburtstag war zu feiern und so wurde der Tag und der Abend gemeinsam mit den Gästen verbracht.
Das Abendessen an diesem Tag sorgte für einige gerümpfte Nasen. Es gab nämlich Haferbrei. Ein Experiment, das sich wohl nicht wiederholen wird, obwohl es auf Fürsprecher gab. Aber bevor die Hälfte der Lagermitglieder verhungert, muss doch besser ein anderes Gericht her.

Ein Schild, das wir vor unserem Lager platziert hatten, sorgte bei vielen Besuchern für irritierte und amüsierte Blicke. Vom Junggesellenabschied aus dem letzten Jahr waren noch Wollknäuel übrig. Obwohl des Deutschen durchaus mächtig, gab es ein paar Uneinigkeiten wie nun der Plural von Knäuel lautet. Und als der Schreiberling mit der falschen Schreibweise gerade nicht anwesend war, wurde aus "Knäule" schnell ein "Knäuel". Auch wenn wir nichts verkauft haben, sorgte zumindest das Schild für ein Lächeln bei den Meisten. Die Mutter von Arne und Helge erbarmte sich schließlich und nahm uns die Ware ab.


 

 

06.06.2014 - 09.06.2014: Hohenwestedt

Das erste Lagern nach der langen Winter-Durst-Strecke ist nun auch schon wieder vorüber. Nunja, ein kleines "Probelagern" haben wir schon auf dem Rasen von Lord Olaf hinter uns, aber das ist bis auf die klirrende Kälte, die nunmal Anfang April manches Mal noch Einzug hält, kaum erwähnenswert. Wir hatten unseren Spaß und konnten uns schon einmal auf das MPS einstimmen.

Schon am Donnerstag haben wir alle Dinge zusammengepackt. Klingt einfach, war es aber nicht. Der Anhänger war brechend voll und auch die Autos hatten gerade noch Platz für die Mitfahrenden. Mit jedem Markt schwindet der verbleibende Platz weiter.

Am Freitag fuhren Annica die Fröhliche und Lord Olaf schon einmal vor, um bei der Platzvergabe am Vormittag dabei zu sein. Da es unser erstes Mal im Heerlager des MPS war, wurde die unglaubliche Anzahl von 84 Heerlagern doch schon bestaunt.
Am Nachmittag trafen dann auch Sir Falco und Juliana die Kleine ein und brachten die beiden Wikinger Helge und Arne mit. Dann wurde sich ans Aufbauen des Lagers gemacht. Die tatsächliche Größe unseres Lagers hatten wir vorher nie ausgemessen und sie vor der Platzvergabe nur grob überschlagen. Daher war der vorhandene Platz zwar ausreichend, aber es kam ein wenig das Gefühl auf wie beim Packen des Anhängers. Gegenstände, die wir aus den Autos geladen hatten, mussten wir von A nach B schieben, um die Zelte aufbauen zu können. Kuschelig, aber alles passte. Lord Olaf stand mit seinem Zelt etwas weiter hinter denen von Annica und Falco und Juliana und musste einen kleinen Seilparcour meistern, bevor er bei der Lagerplane eintreffen konnte.

Für uns als Herrlager gab es ein paar Pflichtveranstaltungen, an denen wir teilhaben sollten. Morgens gab es immer eine Heerlagerbesprechung, in der alles Aktuelle besprochen, sowie einige Veranstaltungen vom Tag angekündigt wurden.
Die Markteröffnung und die Pilgerreise waren zwei Tagespunkte, denen wir beiwohnten. Doch auch wenn es Pflicht war, war es jedes Mal wieder interessant. Humorvoll und interessant waren die Vorstellungen von "Bruder Rectus" und "dem Tod" zur Markteröffnung und bei der Pilgerreise wurde viel gejubelt und es gab viele lächelnde Besucher auf dem Weg über den Markt zu sehen. Was wir allerdings jeden Tag festellten war das Rätsel über die Aussprache unseres Gruppennamens. Es scheint ein kleiner Zungenbrecher zu sein. Bei der Pilgerreise werden alle Lager namentlich erwähnt. Und wir hatten jeden Morgen einen anderen Namen. Von Exkertirus ferox bis Exerzitrus ferox war alles dabei, sodass auch wir das eine Mal nicht jubeln konnten bei unserem Aufruf, sondern lachen mussten. Wirklich gehört hat man uns an diesem Tag dann wohl nicht, da wir ohnehin nur zu viert waren und unser Jubelruf immer noch etwas mikrig klingt.

Außerdem gab es die Regel, dass im Lager nicht geraucht werden durfte. Also stellten unsere Raucher eine Bank an die Grenze des Lagergrundstückes und saßen des Öfteren wie die Hühner auf der Stange darauf. Es gab nachher sogar eine Choreografie, die sie entwickelten und von unseren Nachbarn amüsiert beobachtet wurde.

Diesmal hatten wir auch ein paar handwerkliche Tätigkeiten mitgebracht. Lord Olaf bearbeitete sein Kettenhemd weiter, Helge und Sir Falco verwendeten Leder, Juliana hatte sich Speckstein mitgebracht und gemeinsam mit Annica flechtete sie mit Weide einen Zaun. Letzteres sollte ursprünglich mal ein Lagerzaun werden. Allerdings führt das erreichte Ergebnis noch zu einem Stirnrunzeln, weshalb wir uns da noch einmal dransetzen müssen, um es wirklich als Lagerzaun gelten lassen zu können. Und es muss, sollte das Projekt "Lagerzaun" wirklich vollendet werden, noch viel mehr an Weide her.

Da wir ja einige Tage unterwegs waren, wurde auch  gekocht. Am Freitag gab es das für uns schon zur Tradition gewordenen Grillen. Am zweiten Tag gab es "Arme Ritter". Annica bestiehl zu Hause dafür ihre Pferde und brachte uns alte Brötchen mit. Vermutlich waren diese allerdings schon etwas zu knusprig, denn das Aufweichen dauerte ewig. Irgendwann warfen wir probeweise eines der schon etwas weicher gewordenen Brötchen aufs Rost und warteten auf das, was da wohl passieren würde. Um ein Schmunzeln kamen wir nicht herum, denn die Brötchen wurden schwarz von außen. Mutig probierten wir etwas davon und waren überrascht, als es wirklich so schmeckte wie es sollte. Etwas härter als normal, aber essbar. Mit etwas Honig oder Marmelade gesüßt, war es ein leckeres und sättigendes Abendbrot.
Am Montag gab es "gebratene Möhren". Ein Rezept, das noch keiner von uns kannte. Auch hier war die tragende Farbe aus irgend einem Grunde wieder einmal ein nettes Schwarz. Es sah ein bisschen danach aus, als hätten wir die Möhren auf dem Sandboden mariniert. Aber auch hier stellte sich heraus, dass die Möhren wirklich gut schmeckten. Und damit die Herren der Schöpfung nicht zu kurz kamen, gab es dazu Fladenbrot mit Schinken und Käse. (Nicht in schwarz)
Fazit: Obwohl die Skepsis, ausgelöst durch die Farbe des Abendessens, zunächst mehr zu einem Lachen als zu wirklichem Appetit wurde, sind wir doch allesamt immer gut satt geworden.

Die Besucher schauten neugierig in die Pfanne und und den Topf und waren genauso neugierig wie wir, ob man das Ergebnis auch noch verzehren kann. Hier auch für den Leser eine kleine Kostprobe:
Arme (schwarze) Ritter

 

Gebratene Möhren und belegtes Fladenbrot. Wie Lord Olaf schon sagte, könnte
man bei den Möhren von weitem auch denken, es seien Würstchen...

 

 

So war also für unser leibliches Wohl gesorgt. Obwohl wir von Freitag bis Montagabend auf dem Markt waren, gab es dennoch gerade so genügend Zeit, um alle Einkaufswünsche zu erfüllen. Immer zwei mussten im Lager bleiben, während sich der Rest auf den Weg machen konnte, um seine Taler loszuwerden. Wie immer wurde natürlich wieder genug gekauft, was wir am Abreisetag erstaunlicherweise trotzdem alles gut in den Anhänger und die Autos unterbringen konnten.

Sonntag war ein besonderer Tag und sollte anders verlaufen als erwartet. Zumindest für Sir Falco und Juliana. Dazu kamen als Gäste Sir Falcos Bruder und Schwester und Julianas Vater und ihre Cousine Hexe und Sir Sigmar. Jeder, der über diese Veränderung im heutigen Tagesplan informiert wurde, hat Stillschweigen bewahrt und nichts erzählt. Im August steht die Hochzeit von Sir Falco und Juliana an und eine Sache fehlte bisher noch: Der Junggesellenabschied. Die Trauzeugen sind Lord Olaf und Annica die Fröhliche. Beide haben sich viele Gedanken gemacht und mit dem Veranstalter abgeklärt, dass dieser Junggesellenabschied auf dem MPS stattfinden sollte. Daher guckte das zukünftige Ehepaar nicht schlecht, als Lord Olaf Schilder hervorholte, die die beiden den ganzen lieben langen Tag begleiten sollten.
Das war allerdings nicht alles. Für beide gab es zwei Körbe, in denen sich Wolle, Gemüse, Obst und eine "kurze alkoholische Erfrischung" befanden. Und wie man jetzt vielleicht schon erwartet, sollten diese an die Leute gebracht werden. Gewinnen sollte der, der die meisten Taler zusammen bekam. Den Verlierer erwartete eine weniger schöne Aufgabe, den Gewinner eine Belohnung. Was genau wurde nicht verraten bis der Gewinner und der Verlierer fest standen.
Etwas angespannt stiefelten die Verlobten samt Begleitung los und überwanden sich, die Lager und die Passanten abzuklappern. Keine leichte Aufgabe, denn keiner von beiden hat ein Talent zum Verkaufen. Nach einer Weile, es war in der brütenden Hitze und dem Druck nicht verlieren zu wollen, ein kräftezehrendes Unterfangen, musste aufgrund der Pilgerreise eine kurze Unterbrechung stattfinden. Sir Falco und Juliana baten darum, im Anschluss den Rest des Geldes gemeinsam einzutreiben. Im Team klappte es einfach viel besser. Also wurde schon jetzt der Gewinner kundgegeben. Juliana hatte mit nur ein paar Talern mehr die Nase vorn. Sir Falco bekam also die (vor allem für ihn) weniger angenehme Aufgabe die Füße seiner Zukünftigen mit einem Bimmstein zu pflegen und anschließend einzucremen. Für alle Zuschauer und auch für Juliana ein amüsanter Anblick.
Nach der Pilgerreise ging es weiter und die beiden Verlobten liefen über den gesamten Markt, um irgendwie ihre Waren loszuwerden. Die Reaktionen auf die Ansprachen waren in den Lagern und bei den Gästen extrem unterschiedlich. Manche hielten nicht viel davon, andere waren begeistert und unterstützten verbal und finanziell die anstehende Eheschließung.
Am Abend waren beide müde und nach Freigabe der Ruhezeit durch die Trauzeugen verschwand Juliana die Kleine auch sogleich ins Zelt, wo sie in einen tiefen tiefen Schlaf fiel, sodass sie nicht einmal mitbekam wie Sir Falcos Bruder im Zelt nach seiner Tasche suchte. Alle anderen ließen sich den Met noch eine ganze Weile schmecken.

Hier bildlich noch einmal zur besseren Vorstellung. Die Vorfreude steht Sir Falco und Juliana ins Gesicht geschrieben;-)

 

Montag wurde dann eine weitere Belohnung der Trauzeugen eingelöst. Sir Falco und Juliana durften sich bei der "Antlitz-Malerey" ein Portrait zeichen lassen. Freudig lösten sie ihre Belohnung für den vergangenen Tag ein. Beate, die Zeichnerin, war mit viel Hingabe und Humor dabei und nach ein paar Verbesserungen war das "mittelalterliche Foto" dann fertiggestellt.


Am Abend stand dann der Abbau an. Lord Olaf nahm die Zügel in die Hand und dirigierte den Rest so, dass am Ende alles wieder im Anhänger und in den Autos verstaut war. Zweieinhalb Stunden nahm alles in Anspruch. Weniger als erwartet, aber doch mehr als ausreichend. Immerhin stand die Heimfahrt auch noch an. Schon war ein langes Wochenende wieder vorbei. Wie unsere Nachbarin vom Feuerkreis-Lager schon richtig sagte: "Verrückt, wenn der Gong zu einer bestimmten Zeit schlägt, dann ist der ganze Zauber wieder vorbei." Und es stimmt. War vorher noch jeder bedacht, möglichst authenthisch zu handeln, hatte einen mit einem Mal wieder die moderne Zeit des 21. Jahrhunderts erreicht. Aber der nächste Markt kommt bestimmt und zwar schon nächstes Wochenende auf dem Kinderfest in Struxdorf.

 

Hier noch ein paar abendliche Eindrücke:

Unser Lager am Abend mit Beleuchtung

 

Hier ist kein Feuerwerkskörper in den Feuerkorb gelangt,
der Fotoapparat hat nur etwas getrickst.

 

 

 

19.05.2013: Hohenwestedt

Voller Vorfreude und gut ausgeruht begaben wir uns zum Treffpunkt. Diesmal sollten auch einige "nicht mittelalterliche" Familienmitglieder mitgenommen werden. Wir waren also eine Gruppe von 10 Leuten. Gar nicht mal so wenig. Gemeinsam fuhren wir dann in Richtung Hohenwestedt. Wir wollten uns auf unser Navi verlassen, was uns dann aber doch im Stich ließ. Aber dank der modernen Technik gibt es auch integrierte Navis und Vater von Juliana der Kleinen durfte dann an die Führungsposition. Die Fahrt war sehr gemütlich und wir brauchten diesmal extrem lang! Das Navi schickte uns Wege entlang und durch Dörfer, von denen wir noch nie etwas gehört hatten. Schlussendlich haben wir aber dann doch den Parkplatz gefunden und sind alle heil angekommen.

Gleich zu Beginn stellte wir fest, dass es doch schwieriger war als gedacht, alle Interessen unter einen Hut zu bringen. Die Eltern von Juliana der Kleinen samt ihrer Schwester sowie die Eltern von Annica der Fröhlichen nahmen sich die Zeit, sich die Shows anzusehen. Annica die Fröhliche und Juliana die Kleine hingegen wollten sich auf die Markststände stürzen. Sir Sigmar begab sich zielstrebig zu Thors Schmiede, um den König zu begrüßen. Lord Olaf von Angeln, ach nein, heute wieder undercover als Mönch Olaf, und seine Mutter trotteten so hinterher und nahmen das was so vom Rest der Truppe ausgesucht wurde an. Die Cousine Hexe von Juliana der Kleinen verließ uns für eine kurze Zeit, um ihre eigenen Freunde zu treffen, gesellte sich dann später aber doch lieber wieder zu uns.

Wir genossen den Markt in vollen Zügen! Am meisten die Musik und das fröhliche Beisammensein. Wir bekamen von Annica der Fröhlichen ihrer Mutter einen Holunderfederweißer spendiert. Der war köstlich! Annica die Fröhliche nahm einen Rhabarbafederweißer, der weniger süß war, aber nicht minder gut schmeckte!
Die Eltern und die Schwester von Juliana der Kleinen mussten schon früher nach Hause, weshalb sich die Truppe dann auf 7 Leute reduzierte. Allerdings haben wir es leider nicht geschafft, die ganze Zeit beisammen zu sein. Bei der Anzahl auch gar keine leichte Aufgabe.
Später am Abend wollte Hexe zum Nachtkonzert von Saltatio Mortis. Sie und Juliana die Kleine verabschiedeten sich also vorläufig von dem Rest und machten sich auf den Weg, um einen Platz weit vorn an der Bühne zu bekommen. An sich ja ein guter Plan. Juliana die Kleine konnte nur leider nicht allzu viel sehen. Hexe ist eine ganze Ecke größer, wenn auch im gleichen Alter. Als das Konzert losging, war Juliana die Kleine mehr damit beschäftigt, nicht irgendwelche Ellenbogen jubelnder Menschen ins Gesicht zu bekommen oder umgehüpft zu werden. Also machte sie sich vondannen. Hexe und sie vereinbarten, dass wir uns dann spätestens am Auto wiedertreffen würden. Nein, dazu gab es keine Uhrzeit.

Nach mehreren vergeblichen Runden allein, die Hoffnung auf ein Wiedersehen war schon fast aufgegeben, da hörte Juliana die Kleine plötzlich ihren Namen! Die Truppe hatte sich inzwischen durch die Cousins und Tante und Onkel von Annica der Fröhlichen vergrößert. Also ab zu den anderen, die gemütlich an einem Tisch nahe einer kleinen Nebenbühne saßen.

Annica die Fröhliche war derweil ins Tanzen vertieft. Alle anderen genossen einen Met oder andere Getränke. Juliana die Kleine gesellte sich zu Annica der Fröhlichen, die inzwischen auch nicht mehr allein war. Zwei dunkel gekleidete junge Männer waren bei ihr, manchmal kam auch kurz noch ein dritter dazu. Und dann tanzten sie ohne Ende. Dem fremden Zuwachs gefiel die Musik sehr. Wir müssen jedoch sagen, dass die Texte und die Gestaltung des Auftrittes uns nicht sonderlich zusagten. Es wurde viel geredet, die Texte hatten oftmals einen vulgären Unterton. Aber es reichte zum Tanzen und Spaß haben!

Dann begann die Feuershow. Juliana die Kleine machte sich derweil auf die Suche nach Hexe, die jedoch nicht aufzufinden war. In der Dunkelheit jemanden in einer Menschenmenge zu finden, ist auch ein kaum umsetzbares Projekt. Schlussendlich mussten wir uns dann ohne sie auf den Weg zum Auto machen. Die Hoffnung, dass sie dort auf uns wartete, gab es ja zumindest noch. Und tatsächlich! Verfroren und schon seit anderthalb Stunden auf uns wartend stand sie dort und war erleichtert, als wir endlich auftauchten.

Alles in Allem war es wieder wundervoll und es tat sehr gut, das Mittelalter wieder zurück zu uns zu holen!

 

Personen auf dem Bild von links beginnend: Sir Sigmar, Mönch Olaf, Hexe, Juliana die Kleine, Annica die Fröhliche