Europäischer Mittelaltermarkt Horsens, DK

Europäischer Mittelaltermarkt in Horsens, DK: 31.08.2013

Eigentlich hatten wir vor, auch an diesem Wochenende gemeinsam mit Diana und Manolo von der Tielenau und deren Irish Wolfhounds unser Lager aufzuschlagen. Aber da uns die Arbeit zu lange festhielt und der Weg dann ja auch noch zu bewältigen war entschieden wir uns dafür, eine Tagstour am Samstag vormittag zu starten.

Sir Sigmar war diesmal Kutscher. Lord Olaf von Angeln, Annica die Fröhliche und Juliana die Kleine hatten also um die 160 km, um sich schon mal auf das mittelalterliche Treiben einzustimmen. Die Nicht-fahrenden konnten sich dann auch schon einmal den ein oder anderen Met genehmigen. Auch selbst Gebrauter war dabei.
Kurz hinter der Grenze trafen wir uns mit den Wikingern und noch ein paar anderen Familienmitgliedern. Die Absprache gelang mehr oder minder gut, aber im Endeffekt waren wir dann gemeinsam auf dem Weg nach Horsens.

Dort angekommen mussten wir schnell feststellen, dass das Gelände für die Massen an Menschen einfach zu klein war. Es war an sich für ein Mittelalterfest schön und auch  genug, aber dafür, dass es keinen Eintritt kostete und die Menschen nur so dahergeströmt kamen, war der Platz zu gering. Wir gingen also erst einmal in eine Richtung und fanden auch gleich Manolo, Diana und die Hunde in dem altbekannten grün-schwarzen Zelt. Ein Durchkommen zu ihnen war jedoch nicht so einfach, da permanent eine Traube um das Zelt versammelt war und den Weg gut blockierte. Die beiden waren nicht die einzigen mit Irish Wolfhounds, aber eigenartiger Weise war ihr Zelt einfach dauerhaft von Besuchern belagert. Wir kämpften uns also durch bis an den Zaun und gesellten uns eine Weile zu ihnen.

Das Fest wurde an einem alten Gefängnis veranstaltet, was dem Ganzen einen interessante Atmosphäre verlieh. Außer Olaf von Angeln hatte niemand Kronen mit. Euro wurde an keinem Stand angenommen. Der Vorteil war, dass man jedes Mal umrechen musste, was allein aus Faulheit dann das ein oder andere Mal davon abhielt etwas zu kaufen. Außerdem war da ja noch die sprachliche Barriere. Wir hatten Glück, dass wir die Wikinger mit hatten. Zwar konnten auch einige der Lageristen Deutsch oder Englisch und auch mit Händen und Füßen konnte man sich irgenwie verständigen, aber es erleichterte doch, jemanden dabeizuhaben, der der dänischen Sprache mächtig war. Gelernt haben wir auch ein paar Wörter. Die Wichtigsten natürlich.
øl für Bier, pølser für Würstchen, Mjød für Met. Gegen den Hunger gab es dann noch einmal pandekage mit sukker und syltetøy, wobei wir bei letzterem Wort mit Zimt gerechnet hatten und es dann doch Erdbeermarmelade war. Und dann war da noch ein Wort, das wir so nicht erwartet hatten.
Wir saßen auf der Bank und warteten auf den anderen Teil von uns. Sir Sigmar und Annica die Fröhliche standen ein paar Meter weiter und wir unterhielten uns über die Entfernung über Belangloses. Von Olaf fiel dann: "Der Lord auf Reisen!" In dem Moment ging gerade ein Däne an uns vorbei und fing an zu lachen, hielt aber nicht an oder sonst etwas. Juliana die Kleine war verwirrt und fragte laut in die Runde, warum dieser Mann wohl so gelacht habe bis uns dann einer der Wikinger aufklärte und uns sagte, dass dieses Wort im Dänischen zu verstehen war wie im Deutschen das Schimpfwort für Exkremente ;-) Somit war dann auch das Lachen schnell erklärt und Olaf von Angeln zweifelt nun an seinem Titel. Allerdings hat die Suchmaschine schon verraten, dass man das dänische Wort wohl mit "t" am Ende schreibt.

Wir erkundeten weiter das Gelände und wurden von kräftigen Sturmböen begleitet. Aufgewirbelter Sand wehte uns ins Gesicht, knirschte zwischen den Zähnen und brannte in den Augen. Aber wir wollten auch die letzte Ecke des Geländes erkunden. Das Wetter war zum Glück auf unserer Seite. Es war einigermaßen warm und es fiel kein Tropfen Regen.

Für uns ein bisschen gewöhnunsbedürftig waren die offen zur Schau gestellten Innereien und frisch geschlachteten Schweine. Beine und Köpfe der Tiere wurden noch blutig auf Äste gespießt oder so hingelegt. An einer Stelle war wohl ein Schwein direkt geschlachtet worden, da sowohl der Körper tropfend dort in zwei Hälften geteilt hing, als auch noch das mit Blut befleckte Fell zum Trocknen aufgehängt und der Kopf und die Innereien davor abgelegt worden waren. Ein befremdlicher Anblick, den man wahrscheinlich in Deutschland so nicht finden würde.

Ob wir nächstes Jahr wieder dorthin fahren, wissen wir noch nicht. Aber bis dahin ist ja auch noch eine Menge Zeit. Als nächstes steht jetzt erst einmal nächste Woche Eutin an, wo dann auch wieder Falco von der Treene dabei sein wird.

Olaf von Angeln umringt von den Irish Wolfhounds

 

Bei der Metverkostung, die nicht so ganz unseren Geschmack traf. Den der Männer allerdings eher als den der Frauen.

 

Wir in einer Staubwolke vor der Kulisse des Gefängnisses